Programmanalyse: Verborgene Potenziale im Partnerprogramm erkennen und heben
Beides ist leider ein Trugschluss. Eine regelmäßige Kontrolle und Analyse des gesamten Programms kann unerkannte Potenziale und auch Probleme anzeigen. Ein externer Berater oder, in einer Agentur, ein anderer Mitarbeiter, der andere Programme betreut, erweitert den Blickwinkel und zeigt oft auch noch Dinge, die man nicht auf dem Schirm hatte.
Für Publisher sind Programmanalysen vor dem Start der Bewerbung auch wichtig, denn diese zeigen, welche Potenziale ein Programm hat und auch ob es sauber gepflegt ist.
Soviel zum Einstieg, aber was sollte man alles überprüfen, wenn man als Advertiser sein Programm analysiert oder analysieren lässt, und wo kann man sinnvoll AI nutzen.
Zunächst sollte man erst mal die offensichtlichen Sachen prüfen:
Programmbeschreibung, Werbemittel, Deeplinks, Tracking, Partnerdaten.
Was viele vergessen: der angezeigte AP bzw. die Kontaktdaten, Produktdaten, Provisionsmodell, Willkommensmails, Sichtbarkeit des Programms, das Programm aus Partnersicht.
Auf was man achten sollte und wie man eine Analyse seines Programmes umsetzen könnte, hier in einem kleinen Leitfaden:
Über den Autor

Alexander Hollstein
ONLYONEWAY
Programmbeschreibung
- Was macht der Shop, was sind die eigenen Produkte
- Welche Alleinstellungsmerkmale gibt es
- Versandkostengrenze
- Besondere Produkte
- Benefits für Endkunden
- Aktionen in der Beschreibung
- Wenn man Aktionen in der Beschreibung hat, sollte man prüfen, ob diese aktuell sind, und sich immer einen Kalendereintrag oder eine Aufgabe für das Entfernen der Aktion setzen
- Ist der AP richtig und stimmen die Kontaktdaten
Werbemittel
Für alle Links gilt: prüfen, ob diese alle notwendigen Parameter haben, also Trackingweiche, UTM, Triple Whale … Dabei gilt: Sind diese generalisiert eingestellt, sollte man an den Links im Programm keine Parameter angeben, da diese sonst doppelt sind.
Banner
- Sind die Banner aktuell
- Richtiges Logo
- Daten aktuell
- Stimmt das Look and Feel
- Funktioniert der Link
- Welche Aktionsbanner sind live, gibt es die Aktion noch
- Achtung: deaktivierte Banner sind nicht gelöscht, sie werden nur nicht im Netzwerk angezeigt
- Man sollte bei diesen über die Statistik prüfen, ob sie noch eingebunden sind, und wenn ja, den entsprechenden Partner kontaktieren und die Banner im Backend ersetzen.
Textlinks
Bei Textlinks prüfen, ob die Ziel-URLs noch stimmen, am besten jeden Link einmal anklicken und auch prüfen, ob die Landingpages noch aktuell sind.
Newsletter Werbemittel
Auch alle Links prüfen und den Inhalt prüfen, ob dieser noch aktuell ist, da Newsletter öfters auch Artikel enthalten, u. a. auch die Preise und Verfügbarkeit dieser prüfen.
Tracking
Bevor es zur Analyse der Partner geht, noch drei Punkte, die, wie erwähnt, gern vergessen werden: die Willkommensmail und automatische Mails, Programmbedingungen, sowie die Produktdaten.
Willkommensmail und automatische Mail
Diese sollten im Rahmen eines Audits auch überprüft und gegebenenfalls aktualisiert werden, vor allem sollte in dieser der AP aktuell sein und auch alle Infos zum Programm stimmen. Das Gleiche gilt für automatische Mails, da sollte man die Trigger prüfen und checken, ob die Inhalte noch aktuell sind.
Ein weiterer großer Baustein für ein gut funktionierendes Programm, wenn nicht einer der wichtigsten, sind die Produktdaten. Was sollte man da prüfen?
Programmbedingungen
Produktdaten
Bei den Produktdaten sollte man auch Optimierungspotenziale prüfen:
- Mehr Informationen
- Andere Bilder
- Sind Streichpreise vorhanden
- Sind die Felder sauber befüllt
- Abgleichen mit Produkten im Shop, die live sind
- Welche Infos kann man noch hinzufügen (Inhaltsstoffe, Größen, Farben …)?
Partneranalyse
Eine einfache Analyse der eigenen Partner nach dem Motto: Jetzt schnell mal geprompted, mit einem Prompt wie: „Hier ist eine Liste meiner Affiliate-Partner mit Klicks und Sales. Sag mir, welche gut sind.“
Hier ein Beispiel-Prompt:
- Vollständige Partnerliste aus dem Netzwerk, inklusive Partnertyp, Status (aktiv/inaktiv), Klicks, Sales, Umsatz, CR, durchschnittlicher Warenkorbwert, Position in der Klickkette (First Click / Last Click), Gutschein-Zugangsart (offen / geschlossene Gruppe), falls hinterlegt
- Liste der Partnerbewerbungen der letzten 12 Monate inklusive Entscheidungsstatus (freigegeben/abgelehnt), Ablehnungsgrund (falls dokumentiert), Partnertyp und, sofern vorhanden, externe Reichweiten- oder Traffic-Kennzahlen der Bewerber
- Monatsstatistik je aktivem Partner für die letzten 6 Monate (gleiche Kennzahlen, zeitlich aufgelöst)
- Liste der exklusiven Gutscheine inklusive Mindestbestellwert (MBW) und, sofern verfügbar, Einlösehäufigkeit im Netzwerk
- GA4-Daten zu Neukunden- vs. Bestandskundenanteil, Sitzungen und Warenkorbabbruch je Referrer-Quelle, soweit vorhanden
- Google Ads: Performance der Brand-Keywords, CPC-Entwicklung, Impression Share
- KI-Sichtbarkeits-Daten: Liste relevanter Such- beziehungsweise Prompt-Formulierungen zur Produktkategorie, inklusive der dabei von KI-Antwortmaschinen zitierten Quelldomains und Zitationshäufigkeit je Domain
Aufgabe:
Grundgesamtheit
- Ermittle aus dem AWIN-Export die Grundgesamtheit: Gesamtzahl der Partner, Anteil aktiv vs. inaktiv, Verteilung nach Partnertyp (Anzahl und Anteil), sowie Umsatzanteil je Partnertyp. Nenne diese Zahlen konkret, bevor du irgendeine Bewertung vornimmst
- Zeige den Zeitverlauf über die letzten 6 Monate: wird das Programm aktiver oder inaktiver, und in welchem Segment am stärksten
Top-Partner
- Ermittle die Top-10-Partner nach Umsatz aus der vollständigen Liste
- Ergänze für jeden Top-Partner: Sales, CR, Warenkorbwert, Neukundenanteil und die weiter unten ermittelte Inkrementalitätseinschätzung
- Kennzeichne Partner, die zwar hohen Umsatz, aber niedrige Inkrementalität haben, gesondert
- Erstelle zusätzlich eine zweite Rangliste nach einem kombinierten Wert aus Umsatz und Inkrementalität, damit sichtbar wird, welche Partner strategisch am wichtigsten sind, nicht nur die umsatzstärksten
Segmentanalyse
- Zeige Umsatz, Sales und Umsatzanteil je Partnersegment, sortiert nach Umsatzbeitrag
- Identifiziere Segmente mit auffälligem Ungleichgewicht zwischen Partneranzahl und Umsatzanteil
- Benenne Gaps: welche Segmente oder Themenfelder sind unterrepräsentiert oder fehlen ganz, insbesondere im Hinblick auf die AT-Expansion und auf Sichtbarkeit in KI-Antworten
Inaktive Partner mit Potenzial
- Identifiziere aus der Gesamtliste inaktive Partner, die in der Vergangenheit relevanten Umsatz, überdurchschnittliche CR oder überdurchschnittlichen Warenkorbwert hatten
- Sortiere diese nach Reaktivierungspotenzial und begründe die Reihenfolge anhand der Kennzahlen
Abgelehnte und offene Bewerbungen mit Potenzial
- Werte die Bewerbungsliste der letzten 12 Monate aus: wie viele Bewerbungen wurden freigegeben, wie viele abgelehnt, aus welchen dokumentierten Gründen
- Prüfe bei abgelehnten Bewerbern, ob der Ablehnungsgrund weiterhin gültig ist oder ob sich die Programmausrichtung seither geändert hat, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Gap-Analyse-Ergebnisse
- Gleiche abgelehnte Bewerber, sofern Domain oder Name bekannt, gegen die KI-Sichtbarkeits-Daten ab: taucht ein abgelehnter Bewerber dort bereits als zitierte Quelle auf
- Kennzeichne Bewerbungen, die aus heutiger Sicht neu bewertet werden sollten, mit Begründung
Einzelpartneranalyse (alle aktiven Partner mit Sales)
- Liste alle Partner mit Sales im Zeitraum, sortiert nach Umsatz, mit Klicks, Sales, Umsatz, CR, Warenkorbwert
- Prüfe pro Partner, ob und wie oft Gutscheine genutzt wurden
- Gleiche die genutzten Gutscheine gegen die Liste der exklusiven Gutscheine ab: war der genutzte Code exklusiv oder öffentlich zugänglich
- Wo ein exklusiver Gutschein genutzt wurde, vergleiche den tatsächlichen Warenkorbwert mit dem Mindestbestellwert, und ordne ein, ob der Gutschein den Warenkorb wahrscheinlich vergrößert hat oder nur die Mindestschwelle knapp erreicht wurde
KI-Auffindbarkeit im Abgleich mit der Partnerliste
- Gleiche die zitierten Quelldomains aus den KI-Sichtbarkeits-Daten gegen die bestehende Partnerliste ab
- Zeige, welche zitierten Domains bereits Partner sind, und wie deren klassische Performance-Kennzahlen im Verhältnis zu ihrer KI-Zitationshäufigkeit stehen
- Zeige, welche häufig zitierten Domains noch nicht Teil des Partnerprogramms sind, und stufe diese als Akquisekandidaten ein
- Weise gesondert auf Partner hin, die zwar hohe KI-Zitationshäufigkeit, aber geringe klassische Performance-Kennzahlen haben
Inkrementalität
- Bewerte pro Partner und, wo die Datenmenge es zulässt, pro Segment, ob der Umsatz eher zusätzlich generiert wurde oder ohnehin stattgefunden hätte. Leite das ausschließlich aus den vorliegenden Datenfeldern ab, nicht aus allgemeinen Annahmen über den Partnertyp
- Stütze dies auf Neukundenquote, Warenkorbwert, CR, Gutschein-Exklusivität, Position in der Klickkette und, bei CSS-Partnern, auf tatsächlich belegte Impression-Share-Überschneidung statt auf zeitliches Zusammenfallen mit CPC-Veränderungen
- Wo eine Kennzahl fehlt oder die Datenlage nicht ausreicht, sage das explizit, statt eine Vermutung als Ergebnis auszugeben
Offene Datenbedarfe
- Liste am Ende, welche zusätzlichen Informationen die Analyse verlässlicher machen würden, und begründe für jede genannte Quelle konkret, welche offene Frage sie beantworten würde
Output: Abschnitte in der Reihenfolge Grundgesamtheit, Top-Partner (Umsatz-Ranking und strategisch gewichtetes Ranking), Segmentanalyse und Gaps, inaktive Partner mit Potenzial, abgelehnte/offene Bewerbungen mit Potenzial, Einzelpartneranalyse mit Gutschein- und Inkrementalitätsprüfung, KI-Auffindbarkeit im Abgleich mit der Partnerliste, offene Datenbedarfe. Keine erfundenen Partnernamen verwenden, sondern reale Kennungen aus der Netzwerkliste oder, bei Beispielanwendung, anonymisierte Bezeichner wie ‚Partner 1‘ beziehungsweise ‚Bewerber 1‘.“
Provisionsanalyse
Dafür braucht man einen eigenen Publisher-Account.
Das Erste, was man machen sollte, ist, nach den eigenen Top-Keywords zu suchen und zu schauen, ob man dann in der Suche des Netzwerkes auftaucht. Wenn nicht, überarbeitet man die Programmbeschreibung und Kurzbeschreibung.
Analyse der Konkurrenz / Analyse als Publisher
Und das sind die Daten, die ein potenzieller Partner bekommt, bevor er sich bewirbt, also sollte man auch dort prüfen, ob man konkurrenzfähig ist, denn als Partner zählt nicht nur die beste Provision, sondern auch die CR und die Bestätigungszeit, um den Cashflow sicherzustellen und auch zu schauen, was man verdient. Denn wenn die Konkurrenz weniger Provision zahlt, aber doppelt so gut konvertiert, ist das auch ein Zeichen für Partner, und als Publisher würde man diesen Shop bewerben.
Was kommt danach?
Wenn man bei der Analyse oder Optimierung des eigenen Partnerprogramms Hilfe und Unterstützung benötigt, kann man sich gerne an mich wenden: onlyoneway.de.
Dieser Beitrag ist Teil des Oliro Events Blogs.